Deya-Schriftzug

Deya PorträtfotoIch heiße Deya und bin in Syrien in der Stadt Daraa geboren. Das ist eine halbe Autostunde von Jordanien entfernt. Mit fünf Jahren bin ich mit meiner Mutter und meinen acht Geschwistern nach Libyen zu meinem Vater gezogen. Libyen ist deshalb meine Heimat. In Libyen habe ich jeden Tag mit meinen Freunden Fußball gespielt. Auch abends waren wir noch lange draußen und haben gespielt. Wenn die Eltern es erlaubt haben, durften auch die Mädchen mitspielen. Aber ich selber mag nicht so gerne mit Mädchen spielen, weil sie oft Angst vor dem Ball haben. Wenn wir Lust hatten, haben wir neben der Straße gekocht. In den Sommerferien waren wir jeden Tag am Strand, haben geredet, gekocht und sind im Meer schwimmen gegangen.

Wir sind nach Deutschland gekommen, weil in Syrien und in Libyen Krieg ist. Wir wurden herzlich aufgenommen. Die Deutschen haben uns Essen und Kleidung gegeben und sie haben mit uns gesprochen. Aber wir haben nichts verstanden.
Inzwischen weiß ich, dass es in Deutschland auch Menschen gibt, die Flüchtlinge nicht mögen. Aber ich habe keine Angst, dass mir etwas passiert. In Libyen ist es viel gefährlicher. Ich habe viele deutsche Freunde und Freundinnen. Wir spielen zusammen Fußball und Basketball, kochen und gehen ins Schwimmbad. Meine deutschen Freunde kommen fast alle aus Berlin Spandau. Als wir noch in einem Heim gelebt haben, bin ich dort in die Schule gegangen. Jetzt wohnen wir in einer eigenen Wohnung in Pankow. Dort gehe ich auch in die Schule. In Deutschland finde ich viel gut. Die Deutschen respektieren die Ausländer, die Städte sind schön und in den Supermärkten findet man alles, was man braucht. Auch die Schule finde ich gut.
Bei meinen deutschen Freunden finde ich gut, dass man auch mit gleichaltrigen Mädchen zusammen sein kann. In Libyen geht das nicht mit älteren Mädchen. Ich finde allerdings komisch, dass viele deutsche Jungs wie Mädchen in Libyen sind. Sie sitzen zu Hause, spielen mit dem Computer oder schreiben Gedichte. Auf der anderen Seite finde ich mein Leben hier nicht so interessant, weil jeden Tag alles gleich ist. Mein Alltag hier ist also manchmal ein bisschen langweilig. Aber ich habe auch noch mit der deutschen Sprache Probleme. Außerdem habe ich hier viel weniger Möglichkeiten als in Libyen. Ich habe zum Beispiel kein Motorrad und viel weniger Freunde. Außerdem ist hier abends meistens nicht viel los. Ich denke aber, dass es für meine Schwestern in Deutschland besser ist, weil es hier mehr Sicherheit gibt. Ich möchte gerne in Deutschland leben und arbeiten. Nach der Schule möchte ich Polizist werden, weil ich gerne eine Uniform tragen und mich stark fühlen möchte. Als Polizist würde ich gerne den Alexanderplatz von Berlin von Kriminellen befreien und Drogen verbieten. Wenn der Krieg vorbei ist, möchte ich aber wieder nach Libyen zurück gehen.

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