Hscham-Schriftzug

HschamIch bin Hscham und bin 18 Jahre alt. Ich bin in Deutschland geboren, aber mein Heimatland ist Ägypten. Meine Muttersprache ist Arabisch. Ich kann aber trotzdem gut deutsch sprechen, weil Deutsch meine Muttersprache gewesen ist, bis ich fünf Jahre alt war und nach Ägypten gezogen bin. Aber ich habe auch wieder viel von der deutschen Sprache vergessen, weil ich in Ägypten nur arabisch gesprochen habe.
Seit ich fünf Jahre alt bin, mache ich Sport. Zuerst habe ich Gymnastik gemacht, später Kung Fu trainiert und danach Parcour und Freerunning. In Ägypten war ich in der Militärschule in einer 11. Klasse. Die Militärschule ist eine normale Schule, wie hier das Gymnasium, aber sie wird vom Militär geleitet und es gibt einen Fachunterricht, der „Militärunterricht“ heißt. Dort lernen wir schießen und kämpfen. Die Mehrheit der Schüler will Polizist werden.
Ich mag mein Heimatland und seine Sprache sehr. Ich habe vier Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder. Wir haben in Ägypten ein Restaurant und drei Wohnungen. Wir vermieten diese Wohnungen an Leute, die sich keine Wohnung leisten können.
Ich habe viel in meinem Leben gelernt und viele Leute sagen zu mir, dass ich zielstrebig und klug bin und für mein Alter sehr reif. Als ich 16 Jahre alt war, wollte ich kein Geld mehr von meinem Vater nehmen, und ich habe gearbeitet und alles selber gemacht. Zuerst habe ich im Restaurant meines Vaters gearbeitet und danach hatte ich ein eigenes Internet-Café. Ich bin vor neun Monaten nach Deutschland gekommen. Ich wollte nicht nach Deutschland kommen. Meine Freunde haben mich deshalb einen „Verräter“ genannt als ich ihnen gesagt habe, dass ich in Deutschland Polizist werden oder in der Bundeswehr dienen will. Sie sagten: „Warum willst du nicht für deine Heimat kämpfen?“ Aber ich habe ihnen geantwortet, dass ich nicht für Muslime oder Christen, sondern für alle Menschen kämpfen möchte. Außerdem hat man mir auf der Militärschule gesagt, dass ich nur dann auf der Schule weiter lernen darf, wenn ich meinen deutschen Pass abgebe. Denn wenn man in Ägypten Polizist oder Soldat sein will, muss man Ägypter sein und darf keine andere Nationalität haben. Aber ich wollte meinen deutschen Pass nicht verlieren, weil meine Familie bald nach Deutschland kommen und hier bleiben will. Und ich will bleiben, wo meine Familie ist. Trotzdem fühle ich mich so, als ob ich meine Freunde und meine Familie für meine Zukunft verlassen habe.
Aber ich habe noch meinen Traum, in Deutschland ein Polizist oder ein wichtiger Soldat zu werden, damit ich die Leute beschützen und Einheit und Frieden schaffen kann. In Deutschland hasse ich zwar, dass viele ein komisches Bild über den Islam haben, und ich frage mich immer, warum die Leute über Muslime urteilen, ohne sie zu kennen. Aber trotzdem möchte ich hier meinen Traum verwirklichen, und ich weiß, dass ich das schaffen kann.

Die fünf Säulen des Islams

Heute leben leider einige Muslime den Islam nicht richtig. Es gibt viele, die die Religion falsch verstehen und sie falsch interpretieren. Das hat für alle Muslime, die ihn richtig leben, Nachteile. Aber man sollte nicht den Fehler machen, allen Muslimen die Schuld dafür zu geben. Denn man kann besser zusammen leben, wenn man keine Angst voreinander hat.

Wenn ich etwas ändern könnte, würde ich deshalb gerne das schlechte Bild über den Islam, das in Deutschland überall in den Medien verbreitet wird, ändern. Mich stört, dass jeder, der hier ein gläubiger Muslim ist, gleich für ein Terrorist gehalten wird. Ich halte einen Deutschen doch auch nicht, nur weil er deutsch ist, für einen Nazi.

Aus dem Grund möchte ich hier über die fünf Säulen des Islams reden und versuchen, zu erklären, was die Hauptpflichten des Islams sind und dass man davor keine Angst haben muss.
Insgesamt ist unsere Religion gar nicht so anders als die der Christen. Zum Beispiel glauben wir an die Existenz von Jesus und dass er ein sehr wichtiger, religiöser Mensch war. Aber wir glauben nicht, dass er Gottes Sohn war, sondern sein Prophet.

Während für Christen Gott, die Bibel und Jesus maßgeblich sind, was die Menschen tun dürfen und was nicht, sagt uns Allah durch den Koran und Mohammed, was wir machen dürfen und was nicht. Haram bedeutet bei uns verboten, Halal dagegen erlaubt.
Alkohol und Los- und Glücksspiele sind beispielsweise verboten. Denn im Koran steht, dass beides zu Hass und Feindschaft führt und einen vom Gebet und Glauben abhält. Auch Schweinefleisch zu essen, ist verboten.
Auch im Christentum gehören Glücksspiel und Trunksucht zu den Todsünden. Selbst das Verbot, Schweinefleisch zu essen, kann man in der Bibel finden. Zumindest im Alten Testament wird das Schwein als unreines Tier bezeichnet, von dem man nichts essen sollte. (3. Moses 11,7 und 5. Moses 14,8)

Doch nun zu den fünf Säulen des Islams. Sie beschreiben die fünf Hauptpflichten des Muslims:

1. Ramadan (Fasten)

Während des Ramadans essen und trinken wir tagsüber nichts, sondern fasten bis 21 Uhr 40. Außerdem müssen wir die fünf täglichen Gebete beten. Wir Muslime nennen diesen Monat den heiligen Monat.
Manche fragen uns, was es bringt, einen Monat lang auf diese Weise zu fasten?
Wir machen das deshalb, weil unsere Religion uns sagt, dass wir uns allen gegenseitig helfen müssen und nachfühlen müssen, wie sich arme Leute fühlen, wenn sie kein Geld haben, um sich Essen zu kaufen. Durch das Fasten wird also unsere Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und anderen Menschen zu helfen, geschult.

2. Das Gebet

Das Gebet ist für uns die einzige Sache, die uns mit Gott verbindet. Wir glauben, dass Gott uns ein ganzes Leben geschenkt hat und wir ihm am Tag nur 25 Minuten zurückschenken müssen. Jeden Tag, an dem wir Gott bitten, unsere Sünden zu vergeben, können wir eher ohne Strafe ins Paradies eintreten. Außerdem ist das Gebet ganz gesund für den Körper und für die Seele.

3. Das Bekenntnis (Schahada)

„Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“
Dieses Bekenntnis heißt nicht, dass der Islam die einzige mögliche Religion ist, sondern dass wir an diese einzige Religion glauben.
Das erste Gebot der Christen lautet ganz ähnlich: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

4. Das Almosen (Zakat)

Das Zakat ist eine Steuer, die den Bedürftigen zu Gute kommt.
Jedes Jahr muss man den armen Leuten Geld geben. Wie viel jeder gibt, hängt davon ab, wie viel der einzelne verdient. Die Almosen sollen bewusst machen, dass der Islam nicht nur eine Religion, sondern die Verbindung zwischen allen Muslimen ist, egal ob sie reich oder arm sind.

5. Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch)

Mindestens einmal im Leben sollte der Muslim nach Mekka reisen. Aber man muss das nur machen, wenn es einem möglich ist und man genug Geld dafür hat. Denn die Reise ist ganz schön teuer.

Miteinander reden

Wir können besser zusammen leben, wenn wir miteinander reden und die Vorurteile, die wir anderen gegenüber haben, abbauen.

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